Ein weißer Fleck auf dem Zahnschmelz (White-Spot-Läsion) ist oft das erste Zeichen einer Karies. In diesem Stadium hat der Schmelz bereits Mineralien verloren, ist aber noch nicht eingebrochen. Genau hier setzen die bohrfreien Methoden an.
Icon (Infiltrationskonzept) von der Firma DMG ist eine Methode der Kariesinfiltration. Sie wurde an der Charité Berlin entwickelt und wird in Deutschland seit 2009 eingesetzt. Das Prinzip: Ein spezielles Kunststoffharz dringt in den demineralisierten Schmelz ein und versiegelt die Poren, sodass die Karies gestoppt wird.
So funktioniert die Icon-Methode
Die Behandlung dauert etwa 15-20 Minuten und erfordert keine Betäubung. Der Zahnarzt trägt Salzsäure (Icon-Etch) für 2 Minuten auf die betroffene Stelle auf, um die Schmelzporen zu öffnen. Dann wird der Bereich mit Ethanol getrocknet (Icon-Dry). Anschließend wird ein flüssiges Kunstharz (Icon-Infiltrant) aufgetragen, das in die Mikroporen eindringt und mit Licht ausgehärtet wird.
Das Ergebnis: Der betroffene Bereich wird hart, säurebeständig und optisch nicht von gesundem Schmelz zu unterscheiden. Der weiße Fleck verschwindet.
Wann Icon funktioniert
Initialkaries (Stadium D1-D2): Die Demineralisierung ist auf den Schmelz begrenzt, ohne Kavität.
Approximalkaries: im Röntgenbild sichtbar, aber noch nicht bis zum Dentin vorgedrungen.
White Spots nach Brackets: ein typisches Problem nach dem Entfernen kieferorthopädischer Apparaturen.
Wann Icon nicht hilft
Wenn die Karies bereits eine Kavität gebildet hat, ins Dentin vorgedrungen ist oder Schmerzen verursacht, ist die Icon-Methode nicht geeignet. In diesen Fällen ist eine klassische Behandlung mit Entfernung der kariösen Substanz und Füllung notwendig.
Weitere bohrfreie Methoden
Fluoridierung: Im Frühstadium kann der Zahnarzt einen Fluoridlack (z. B. Duraphat) auftragen oder eine Zahnpasta mit erhöhtem Fluoridgehalt (5000 ppm) verschreiben. Fluorid hilft dem Schmelz, seinen Mineralhaushalt wiederherzustellen.
Ozontherapie: Ozon tötet Bakterien im betroffenen Bereich ab. Die Methode wird in einigen Praxen als Ergänzung zur Remineralisierung eingesetzt, ist aber weniger erforscht als Icon.
Silberdiaminfluorid (SDF): wird überwiegend in der Kinderzahnheilkunde zur vorübergehenden Kariesarretierung eingesetzt. SDF verfärbt den betroffenen Bereich schwarz und wird daher bei bleibenden Zähnen im Sichtbereich selten verwendet.
Kostenübernahme
Die Icon-Methode gilt als Privatleistung und ist nicht Teil der GKV-Regelversorgung. Einige Kassen erstatten die Behandlung teilweise im Rahmen von Präventionsprogrammen. Es empfiehlt sich, vorab bei der eigenen Kasse nachzufragen.
Mit einer Zahnzusatzversicherung kann die Behandlung je nach Tarif ganz oder teilweise erstattet werden.