Alexander kam mit einer abgebrochenen alten Füllung am Sechser. Der Zahn war vital, der Nerv intakt, aber die Zerstörung betraf fast die halbe Kaufläche. Eine normale Füllung würde in dieser Situation 3-5 Jahre halten, dann wieder ein Bruch. Eine Krone wäre übertrieben: Der Zahn ist noch stabil genug. Zwischen Füllung und Krone gibt es eine Zwischenlösung, die oft die ideale Wahl ist.
Ein Inlay füllt den Hohlraum innerhalb der Zahnhöcker. Ein Onlay überdeckt einen oder mehrere Höcker. Beide werden im zahntechnischen Labor nach einem individuellen Abdruck gefertigt und mit speziellem Adhäsivzement am Zahn befestigt.
Warum Keramik statt Komposit?
Eine direkte Kompositfüllung wird direkt im Mund modelliert. Das geht schnell, aber das Material hat Grenzen: Es schrumpft bei der Aushärtung, nimmt mit der Zeit Verfärbungen auf und verliert unter Kaubelastung seine Form.
Ein keramisches Inlay wird außerhalb des Mundes im Labor oder per CAD/CAM-System (CEREC) hergestellt. Es bildet die Zahnanatomie exakt nach, schrumpft nicht und behält seine Farbe über die gesamte Tragedauer. Die durchschnittliche Lebensdauer liegt bei 10-15 Jahren, bei guter Pflege auch länger.
Inlay, Onlay oder Krone?
Inlay: geeignet, wenn der Defekt auf den Bereich zwischen den Höckern begrenzt ist.
Onlay: nötig, wenn ein oder mehrere Höcker betroffen sind, die Zahnwände aber erhalten bleiben.
Krone: notwendig, wenn der Zahn zu mehr als 60-70 % zerstört oder devital (Nerv entfernt) ist.
Ablauf der Behandlung
Die Versorgung erfordert zwei Sitzungen. In der ersten entfernt der Zahnarzt die beschädigte Substanz, formt die Kavität und nimmt einen Abdruck (klassisch oder digital). Eine provisorische Füllung wird eingesetzt.
Nach 5-10 Tagen ist das Inlay fertig. In der zweiten Sitzung wird es einprobiert, Passung, Farbe und Biss werden kontrolliert, anschließend erfolgt die adhäsive Befestigung. Die Eingliederung dauert etwa 30 Minuten.
Verfügt die Praxis über ein CEREC-System, können beide Schritte in einer einzigen Sitzung erfolgen: Scan, Fräsung und Eingliederung am selben Tag.
Was zahlt die Krankenkasse?
Die GKV übernimmt die Regelversorgung: eine Amalgamfüllung oder bei Frontzähnen eine Kompositfüllung. Keramische Inlays gelten als Privatleistung. Die Kasse zahlt einen Festzuschuss in Höhe der Amalgamfüllung, die Differenz trägt der Patient selbst.
Eine gute Zahnzusatzversicherung kann 70-90 % der Kosten für Inlays/Onlays erstatten. Wenn Sie viele Backenzähne mit großen Füllungen haben, lohnt sich die Versicherung oft schon nach dem ersten Inlay.