Laut der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) betreffen bis zu 40 % aller Gesichtsverletzungen im Sport die Zähne. Besonders hoch ist das Risiko bei Kontaktsportarten: Boxen, Eishockey, Basketball, Kampfsport, Rugby. Aber auch Fußball, Mountainbiking und Skateboarden sind betroffen.
Die häufigste Verletzung ist eine Kronenfraktur. An zweiter Stelle steht die Zahnluxation, bei der sich der Zahn verschiebt, aber in der Alveole bleibt. An dritter Stelle der vollständige Zahnverlust (Avulsion).
Sportmundschutz: Arten und Unterschiede
Konfektionierter Mundschutz (Boil-and-Bite): im Sportgeschäft erhältlich, wird in heißem Wasser aufgeweicht und mit den Zähnen geformt. Minimaler Schutz: Die Schiene sitzt nicht passgenau und behindert Atmung und Sprache.
Individueller Mundschutz vom Zahnarzt: wird im Labor nach einem präzisen Kieferabdruck gefertigt. Die Materialstärke wird an die Sportart angepasst. Passgenaue Anlage sorgt für maximalen Schutz bei hohem Tragekomfort.
Was tun bei einer Zahnverletzung?
Zahn komplett ausgeschlagen: Am Kronenteil anfassen (nie an der Wurzel!), in Milch oder eine Zahnrettungsbox legen und sofort zum Zahnarzt. Innerhalb von 30-60 Minuten kann der Zahn replantiert werden.
Zahn abgebrochen: Fragment aufbewahren, Lippe kühlen, am selben Tag zum Zahnarzt.
Zahn verschoben: Nicht selbst zurückdrücken. Sofort den Zahnarzt oder den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.
Sportgetränke und Säureerosion
Neben Verletzungen gibt es einen weiteren Risikofaktor für Sportler: Säureerosion des Zahnschmelzes. Isotonische Getränke, Energydrinks und selbst Zitronenwasser haben einen pH-Wert von 2,5-4,0, weit unter der Demineralisierungsschwelle des Schmelzes (pH 5,5).
Bei häufigem Konsum wird der Schmelz dünner. Die Zähne werden empfindlich, verfärben sich und verlieren an Substanz. Die Empfehlung: Nach sauren Getränken den Mund mit Wasser spülen und 30 Minuten warten, bevor Sie die Zähne putzen.
Kostenübernahme
Ein individueller Sportmundschutz ist eine Privatleistung. Die GKV übernimmt die Herstellung nicht. Einige Zahnzusatzversicherungen schließen Präventionsmittel ein. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach.
Die Behandlung von Sportverletzungen (Füllungen, Kronen, Implantate) wird von der GKV nach den üblichen Regeln erstattet. Bei aufwendigem Zahnersatz wird ein Heil- und Kostenplan erstellt.