Mundgeruch, medizinisch Halitosis, betrifft etwa 25-30% der Bevölkerung. In 85-90% der Fälle liegt die Ursache in der Mundhöhle. Die restlichen 10-15% sind auf HNO-Erkrankungen, Magen-Darm-Probleme oder Allgemeinerkrankungen zurückzuführen.


Ursachen: Was passiert im Mund

1

Zungenbelag

Hauptursache. Das hintere Drittel der Zunge ist mit Bakterien besiedelt, die flüchtige Schwefelverbindungen (VSC) produzieren. Diese erzeugen den typischen Geruch.

2

Parodontitis

Tiefe Zahnfleischtaschen werden zu Bakterienreservoirs. Der Geruch bei Parodontitis ist hartnäckig und lässt sich durch normales Putzen nicht beseitigen.

3

Karies und defekte Restaurationen

Zerstörte Zähne und undichte Füllungen sammeln Speisereste und Bakterien. Ein Geruchsherd, den keine Mundspülung erreicht.

4

Mundtrockenheit (Xerostomie)

Speichel ist die natürliche Mundspülung. Bei Speichelmangel (Medikamente, Mundatmung, Alter) vermehren sich Bakterien schneller.


Diagnose beim Zahnarzt

Der Zahnarzt kann den organoleptischen Test (Geruchsbeurteilung aus Distanz) oder ein spezielles Messgerät (Halimeter) einsetzen, das die Konzentration von Schwefelverbindungen misst.

Wenn keine zahnmedizinischen Ursachen gefunden werden, folgt die Überweisung zum HNO-Arzt oder Gastroenterologen.

Was Sie sofort tun können

🪥 Reinigen Sie die Zunge jeden Abend mit einem Zungenreiniger

🧵 Zahnseide oder Interdentalbürsten täglich verwenden

💧 Genug Wasser trinken: Mundtrockenheit verstärkt den Geruch

🦷 Termin zur professionellen Zahnreinigung (PZR) vereinbaren


Was nicht hilft

Kaugummis und Mundspülungen überdecken den Geruch für 15-30 Minuten, beseitigen aber nicht die Ursache. Alkoholhaltige Mundspülungen können die Situation verschlechtern, weil sie die Schleimhaut austrocknen.

Selbsttest durch Anhauchen der Hand ist unzuverlässig: Das Gehirn gewöhnt sich an den eigenen Geruch. Bitten Sie eine Vertrauensperson um ehrliche Einschätzung.