Die Mundhöhle ist kein isoliertes System. Bakterien aus entzündetem Zahnfleisch gelangen in den Blutkreislauf und können andere Organe beeinflussen. Chronische Parodontitis ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabeteskomplikationen und Frühgeburten verbunden.


Parodontitis und Herz

Bakterien aus Zahnfleischtaschen (Porphyromonas gingivalis u. a.) gelangen über entzündetes Zahnfleisch ins Blut. Sie wurden in atherosklerotischen Plaques nachgewiesen.

Laut Metaanalysen haben Patienten mit schwerer Parodontitis ein 20-30 % höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Die Parodontitisbehandlung senkt systemische Entzündungsmarker (CRP).


Diabetes und Zahnfleischgesundheit

Der Zusammenhang ist bidirektional. Diabetes erhöht das Parodontitisrisiko, und Parodontitis verschlechtert die Diabeteskontrolle.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt Patienten mit Diabetes mindestens zwei Zahnarztbesuche pro Jahr.

Weitere belegte Zusammenhänge

Schwangerschaft: Schwere Parodontitis ist mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko und niedrigem Geburtsgewicht assoziiert.

Rheumatoide Arthritis: P. gingivalis kann Autoimmunreaktionen auslösen.

Pneumonie: Mundbakterien können in die Lunge gelangen, besonders bei älteren und bettlägerigen Patienten.


Was das für Sie bedeutet

  1. Zahnfleischbluten nicht ignorieren, es ist ein Entzündungszeichen.
  2. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung durchführen lassen.
  3. Dem Zahnarzt chronische Erkrankungen und Medikamente mitteilen.
  4. Bei Diabetes eine Parodontitisuntersuchung durchführen lassen.