Fluorid wird in die Kristallstruktur des Schmelzes eingebaut und wandelt Hydroxylapatit in widerstandsfähigeren Fluorapatit um. Das macht den Schmelz härter und säureresistenter.

Die deutschen Fachgesellschaften (DGZMK, BZÄK, KZBV) befürworten die Fluoridierung als eine der wirksamsten Methoden der Kariesprävention.


Arten der Fluoridierung

Häusliche Fluoridierung

Fluoridhaltige Zahnpasta (1000-1500 ppm für Erwachsene, 500-1000 ppm für Kinder unter 6). Basisschutz, der allen empfohlen wird. Zweimal täglich mindestens 2 Minuten putzen.

Professionelle Fluoridierung

Fluoridlack mit 22.600 ppm Natriumfluorid. Wird vom Zahnarzt 2-4 Mal pro Jahr aufgetragen. Die Anwendung dauert 2-3 Minuten und ist schmerzfrei. Besonders empfohlen bei erhöhtem Kariesrisiko.

Tiefenfluoridierung

Zweistufiges Verfahren: Erst Calciumfluorid-Lösung, dann Kupfer-Calcium-Hydroxid. Erzeugt Fluorid-Mikrokristalle innerhalb des Schmelzes. Langanhaltender als herkömmlicher Lack.

Fluoridierung bei Kindern in Deutschland

Seit 2021 empfehlen die deutschen Leitlinien: Ab dem ersten Milchzahn Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid (reiskorngroße Menge). Ab 2 Jahren erbsengroße Menge. Kinderzahnärzte tragen Fluoridlack alle 3-6 Monate auf.


Sicherheit von Fluorid: Fakten

Fluoride in empfohlenen Dosierungen sind sicher. Bestätigt von WHO, EFSA und dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Fluorose (weiße Flecken auf dem Schmelz) entsteht nur bei chronischer Überdosierung während der Zahnentwicklung (bis 8 Jahre). Bei korrekter Zahnpasta-Dosierung praktisch ausgeschlossen.