Zahnerosion (Erosio dentium) unterscheidet sich von Karies. Karies wird durch Bakterien verursacht. Erosion entsteht durch Säuren, die die Mineralstruktur des Schmelzes direkt auflösen, ohne Bakterienbeteiligung.

Der Prozess ist im Frühstadium schmerzlos. Der Schmelzverlust bleibt unbemerkt, bis Empfindlichkeit oder sichtbare Veränderungen auftreten. Dann ist der Schmelz bereits unwiederbringlich verloren.


Säurequellen

Exogen (von außen)

1

Saure Getränke

Orangensaft (pH 3,5), Cola (pH 2,5), Energy-Drinks (pH 3,0), Wein (pH 3,3). Die Häufigkeit ist entscheidender als die Menge: Jeder Schluck startet einen 20-30-minütigen Säureangriff.

2

Saure Lebensmittel

Zitrusfrüchte, Essigdressings, Marinaden. In Maßen kein Problem, aber der tägliche Zitronenwasser-Trend schadet dem Schmelz nachweislich.

Endogen (von innen)

3

Gastroösophagealer Reflux (GERD)

Magensäure (pH 1-2) gelangt in den Mund. Der stärkste Erosionsfaktor. Betroffene brauchen eine gemeinsame Behandlung bei Gastroenterologe und Zahnarzt.

4

Essstörungen

Bulimie verursacht charakteristische Erosionsmuster an den Innenseiten der oberen Frontzähne. Der Zahnarzt erkennt diese Zeichen oft als Erster.


Wie Sie Ihren Schmelz schützen

Praktische Regeln

💧 Nach Säurekontakt den Mund mit Wasser spülen. Mindestens 30 Minuten nicht putzen, erweichter Schmelz wird leicht abgetragen

🥤 Saure Getränke mit Strohhalm trinken, um den Kontakt mit den Zähnen zu minimieren

🧀 Mahlzeiten mit Käse oder Milch beenden: Kalzium neutralisiert Säure

🪥 Zahnpasta mit Fluorid (1450 ppm) und weiche Zahnbürste verwenden

Der Zahnarzt kann einen Fluoridlack auftragen, um geschwächten Schmelz zu stärken. Bei erheblichem Substanzverlust kommen Veneers oder Kronen zum Einsatz.